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Artikel vom 27. Januar, ANF  (www.anfdeutsch.com)

Die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) hat eine gemeinsame Erklärung von Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA zur Lage in Rojava als realitätsfern und politisch verfehlt zurückgewiesen. In einer umfassenden Stellungnahme betont die Selbstverwaltung, dass die Erklärung nicht die tatsächlichen Machtverhältnisse und die eskalierenden Angriffe auf die nordostsyrischen Autonomiegebiete widerspiegele.

In dem am DIenstag veröffentlichten Kommuniqué der vier westlichen Staaten wird die Verlängerung des aktuellen Waffenstillstands um 15 Tage begrüßt. Die Unterzeichner rufen alle Konfliktparteien zur Einhaltung der Feuerpause, zum Schutz der Zivilbevölkerung, zur Sicherung humanitärer Korridore und zur Wiederherstellung grundlegender Dienste – insbesondere in Kobanê – auf. Ziel sei eine dauerhafte Deeskalation und die Wiederaufnahme politischer Verhandlungen über die künftige Integration Nordostsyriens in einen syrischen Gesamtstaat auf Grundlage des sogenannten Abkommens vom 18. Januar.

Selbstverwaltung: Erklärung steht im Widerspruch zur Realität

Die Erklärung ist deutlich darauf ausgerichtet, alle beteiligten Seiten gleichermaßen zur Einhaltung des Waffenstillstands und zur Deeskalation aufzurufen. Sie nimmt – jenseits der Hinweise auf humanitäre Verpflichtungen – keine explizite politische Bewertung der Angreiferrolle der selbsternannten syrischen Übergangsregierung vor. Die fortgesetzte Gewalt wird in diplomatisch neutraler Sprache beschrieben, wie sie in internationalen Kommuniqués üblich ist.

In ihrer schriftlichen Stellungnahme kritisiert die DAANES diese Haltung als unzureichend und gefährlich verharmlosend. Die Erklärung der westlichen Staaten werde „dem Ernst der Lage nicht gerecht“ und blende die tatsächliche Dynamik aus, in der insbesondere die Übergangsregierung und mit ihr verbündete islamistische Milizen gezielt gegen die kurdische Selbstverwaltung vorgingen. Die vollständige Erklärung der Demokratischen Selbstverwaltung lautet:

„Wir haben die Stellungnahme der Vereinigten Staaten von Amerika und europäischer Staaten zur Lage in Nord- und Ostsyrien sorgfältig geprüft. In dieser Erklärung wird auf eine Verlängerung des Waffenstillstands, auf dessen Einhaltung, auf die Sicherstellung humanitärer Hilfe, den Schutz humanitärer Korridore und auf die Wiederaufnahme grundlegender Versorgungsdienste in Kobanê hingewiesen.

Angriffe dauern unvermindert an

Wir möchten betonen: Die Inhalte dieser Erklärungen sind in keiner Weise mit der realen Situation vor Ort vereinbar. Während auf dem Papier zur Deeskalation und zum Schutz von Zivilist:innen aufgerufen wird, dauern die Angriffe der syrischen Übergangsregierung und ihrer Milizen unvermindert an. Diese Angriffe stellen fortgesetzte Verletzungen des Waffenstillstands dar und konterkarieren alle internationalen Appelle.

Solange unser Volk diesen Angriffen ausgesetzt ist und keinerlei konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um sie zu stoppen, bleiben Erklärungen wirkungslos. Solche Stellungnahmen überschreiten nicht die Schwelle symbolischer Haltung. Kobanê steht weiterhin unter erheblichem Druck. Selbst als „sicher“ deklarierte Zonen werden regelmäßig angegriffen – die Lebensgrundlage der Zivilbevölkerung ist dadurch massiv bedroht.

Es braucht mehr als Worte

Wir fordern die internationale Gemeinschaft und die Unterstützerstaaten auf, endlich eine verantwortungsvolle Haltung einzunehmen. Es braucht mehr als Worte: Praktische Schritte sind notwendig, um den Schutz unserer Bevölkerung zu garantieren, die Angriffe zu stoppen, die Blockade zu lockern und die humanitäre Versorgung ohne Unterbrechung sicherzustellen.

Zum Schluss grüßen wir die Widerstandskraft unseres Volkes, das sein legitimes Recht verteidigt: die Verteidigung von Boden und Würde. Wir zollen unseren militärischen Kräften höchsten Respekt – sie stehen für Sicherheit und Stabilität in Nord- und Ostsyrien. Der Wille unserer Gesellschaft ist stärker als jede feindliche Intervention.“

und hier eine Nachricht vom Ko-Bürgermeister von Dêrik am 27.1.2026:

                      
Roj Baş guten Tag
ich hoffe, es geht Euch allen gut. Liebe Grüße aus Derik in Rojava an alle Leute, in Deutschland und der ganzen Welt, die uns in dieser schwierigen Zeit beistehen und besonders an den Städtepartnerschaftsverein, der uns vorher unterstützt hat und in dieser Notsituation sofort geholfen hat.
Viel Respekt und viele Grüße,
Maher, Ko-Bürgermeister von Dêrik

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Bericht in der Tagesschau vom 27.1.26, 17:02 Uhr über die Situation in Nord- und Ostsyrien

 

 https://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio-399128.html

 

Hoffnung ist Kurdisch

Kolumne Prinzip Hoffnung von Daniela Sepehri, taz, 25.01.26
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und hier der Rest des Apells

 

Jetzt wurde die Bewachung aufgegeben, da die eigene Bevölkerung vor den angreifenden Truppen der syrischen Übergangs-Regierung und der Türkei geschützt werden muss.

Ein Großteil der inhaftierten IS-Kämpfer ist frei gekommen. Bricht jetzt eine neue IS-Ära an?

Zurzeit fliehen die Bewohner in Nord-Ostsyrien aus den angegriffen Bereichen in die noch ruhigeren Bereiche. Aber wie lange sind sie dort sicher bzw. wann entwickelt sich dort eine humanitäre Katastrophe und die Menschen fliehen nach Europa. Wollen unsere Politiker das?Wenn nicht, dann

Ruft Erdogan zurück!

Entzieht Al Sharaa alle bislang gemachten Unterstützungen und Gelder!

Sprecht mit den Verantwortlichen der DAANES!

Und redet nicht mehr davon Syrer in ihr Land zurück zuschicken, denn viele von ihnen sind Kurden!

und hier noch ein persönlich erstellter Apell an Politiker und die Allgemeinheit, 24.1.26

 

Tag für Tag werden wir mit Horror-Nachrichten überschüttet.

Immer wieder wechselnd je nach dem, welche Schlagzeile die größte Aufmerksamkeit erzeugt.

Dabei vergessen wir die einzelnen Themen sobald nicht mehr über sie berichtet wird, Beispiel Sudan „größte Hungersnot“ der letzten Jahrzehnte.

Jetzt gibt es ein neues Thema Völkermord in Nord-und Ostsyrien, dass jedoch in unseren Medien nur am Rande erwähnt wird. Mal ein, zwei Berichte im öffentlich rechtlichen Fernsehen, mal eine kurze Meldung während der allgemeinen Nachrichten und ab und zu eine kurze Nachricht in den Zeitungen.

Aber was geschieht dort?

Für Alle, die noch nie etwas von Rojava oder DAANES (der demokratischen autonomen Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien) gehört haben: dort leben Kurden, Araber, Assyrer, Aramaer, Tscherkessen und andere Minderheiten verschiedener Religionen miteinander. Jeder kann seine Meinung nicht nur sagen, sondern er wird auch gehört. Probleme und Streitigkeiten werden in Gesprächen gelöst. Das habe ich bei meinen 2 Besuchen innerhalb der letzten 2 Jahre mit eigenen Augen erlebt.

Seit Anfang Januar greifen die Truppen der syrischen Übergangsregierung, ehemalige IS-Kämpfer, zuerst in abgegrenzten, überwiegend von Kurden bewohnten Stadtteilen Aleppos, jetzt flächendeckend über das gesamte Gebiet DAANES die Bewohner mit schwerem Geschütz an. Dabei werden sie von türkischem Militär intensiv unterstützt.

Warum hören wir von unseren führenden Politikern hierzu kein Statement? Wo bleibt der öffentliche Apell unserer Regierung an den türkischen Präsidenten Erdogan und den syrischen Übergangs-Präsidenten Al Sharaa zur sofortigen Beendigung der Kämpfe?

In 2015 und den nachfolgenen Jahren herrschte unter anderem auch in Europa Angst vor der Ausbreitung des IS und die durch ihn verübten Anschläge. Die Kurden, denen es mit Hilfe der Anti-IS-Koalition (USA, Frankreich, …) gelang den IS zu besiegen, bewachen seit 7 Jahren die IS-Kämpfer und ihre fanatischen Familienangehörigen, um sie vor der restlichen Welt zurück zuhalten.

Jetzt wurde die Bewachung aufgegeben, da die eigene Bevölkerung vor den angreifenden Truppen der syrischen Übergangs-Regierung und der Türkei geschützt werden muss.

Ein Großteil der inhaftierten IS-Kämpfer ist frei gekommen. Bricht jetzt eine neue IS-Ära an?

Zurzeit fliehen die Bewohner in Nord-Ostsyrien aus den angegriffen Bereichen in die noch ruhigeren Bereiche. Aber wie lange sind sie dort sicher bzw. wann entwickelt sich dort eine humanitäre Katastrophe und die Menschen fliehen nach Europa. Wollen unsere Politiker das?Wenn nicht, dann

Ruft Erdogan zurück!

Entzieht Al Sharaa alle bislang gemachten Unterstützungen und Gelder!

Sprecht mit den Verantwortlichen der DAANES!

Und redet nicht mehr davon Syrer in ihr Land zurück zuschicken, denn viele von ihnen sind Kurden!

Nachricht von Civaka-Azad vom 24.1.26, diese Nachricht gibt einen Überblick über die Aktivitäten in Deutschland

 

Freiheit ist nicht verhandelbar: Offene Briefe aus Kultur und Öffentlichkeit fordern Solidarität mit Rojava 
Zahlreiche Demonstration im gesamten Bundesgebiet angekündigt

Pressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V., 24.01.2026

Angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Demokratisch Autonome Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (DAANES), auch bekannt als Rojava, wenden sich derzeit zwei offene Briefe an die Öffentlichkeit. Beide Aufrufe eint die klare Forderung nach politischer Verantwortung, Schutz der Zivilbevölkerung und Anerkennung der demokratischen Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien.

 
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vom 21.01.2026, 12:33

Pressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit

Trotz angekündigter Waffenruhe: Angriffe in Nord- und Ostsyrien halten an
Sorge um Eskalation und Folgen bis in die Diaspora

Trotz einer öffentlich bekannt gemachten Waffenruhe zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) und der sogenannten syrischen Übergangsregierung dauern Angriffe auf die Autonomiegebiete in Nord- und Ostsyrien unvermindert an. Zeitgleich wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation, schweren Menschenrechtsverbrechen und sicherheitspolitischen Risiken. Auch in Deutschland kommt es zu breiter Mobilisierung – und zu einem schweren Gewaltvorfall nach einer Solidaritätsdemonstration.

 

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